Prof. Dr. Elsbeth Stern

Prof. Dr. Elsbeth Stern wurde im Herbst 2006 ordentliche Professorin für empirische Lehr- und Lernforschung und Leiterin des Instituts für Verhaltenswissenschaften am Departement für Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften der ETH Zürich. In dieser Funktion war sie auch verantwortlich für die didaktische Ausbildung an der ETH Zürich, welche auch Gymnasiallehrpersonen in den MINT-Fächern umfasst. Als kognitive Psychologin beschäftigte sie sich mit dem Lernen und Lehren von mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern aus kognitions- und lernpsychologischer Sicht. In ihren wissenschaftlichen Arbeiten standen der Erwerb, die Veränderung und die Nutzung von Wissen zur Bewältigung neuer Anforderungen im Mittelpunkt. Dabei untersucht sie auch den Einfluss von Intelligenzunterschieden auf das Lernen. Sie studierte Psychologie in Marburg und Hamburg. Nach ihrer Doktorarbeit an der Universität von Hamburg 1986 arbeitete sie am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München und wurde 1994 Professorin an der Universität Leipzig. 1997 wechselte sie an das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Zum 1. Februar 2025 emeritierte sie an der ETH Zürich.
In ihrer Forschungsgruppe wurde in Experimenten sowie in gross angelegten Längsschnittstudien erforscht, wie Schülerinnen und Schüler aus Primar- und Sekundarschulen sowie dem Gymnasium in Anhängigkeit von Intelligenz und Vorwissen kognitiv aktivierende Lerngelegenheiten nutzen.
In mehr als 300 Beiträgen, davon zahlreiche in hochrangigen internationalen Zeitschriften, sind ihre Forschungsergebnisse veröffentlicht. Ihren Beitrag zur Qualitätskontrolle leistete sie als Mitglied im Editorial Board mehrerer hochrangiger Zeitschriften und als Gutachterin in unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten. Über die Grenzen der Wissenschaft hinaus wurde sie durch Interviews und Medienbeiträge zu aktuellen Themen der Bildung bekannt, unter anderem auch durch ihre Kritik an der pseudowissenschaftlichen Vermarktung der Neurowissenschaften. Dafür wurde sie 2018 mit dem Franz-Emanuel-Weinert Preis der deutschen Gesellschaft für Psychologie ausgezeichnet.